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| Architektenkammer Baden-Württemberg |
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| Newsletter 42/25 |
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Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Architekturinteressierte,
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das Jahr geht in die Zielgerade – Zeit einen Blick zurückzuwerfen: Proppenvoll war das Kammerjahr mit ARCHIKON, Tag der Architektur, WIA-Festival, dem ersten landesweiten Schülerwettbewerb, einem Sommerlichen Empfang mit Manuel Hagel, dem CDU-Kandidaten fürs Ministerpräsidentenamt, und einer LVV, die den Gremien und sich selbst Verschlankung verordnete. Rückblick auch auf stolze 3,7 Millionen Impressions auf unseren Social-Media-Kanälen. Sichtbar werden, sichtbar sein mit berufspolitischen Einordnungen, Positionen und Service-Angeboten – das ist für berufsständische Kammern wichtiger denn je. Diesem Ziel soll ab Januar 2026 auch der neue „DAB Kosmos“ aus Magazin, Website, Newsletter und Social-Media dienen. Die AKBW freut sich auf noch mehr Vernetzung nach dem Motto „16 Länderkammern, eine Stimme“ und bleibt doch die treue Begleiterin an Ihrer Seite. Wir wünschen Ihnen eine geruhsame Weihnachtszeit und verabschieden uns bis zum 15. Januar 2026, an dem der erste Newsletter im neuen Jahr erscheint.
Ihr AKBW-Team
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Im Jahresrückblick-Video bilanziert AKBW-Hauptgeschäftsführer Hans Dieterle das Kammerjahr 2025. „Viele große schöne Formate“ hätten zur Sichtbarkeit des Berufsstandes beigetragen. Gleichzeitig spürten Kammermitglieder die Auswirkungen der Baukrise. „Die Mehrzahl der Büros tut sich aktuell schwer, manche bauen sogar Mitarbeitende ab“, so Dieterle im Gespräch mit Pressesprecherin Gabriele Renz. Hier sei die Dienstleistungskammer AKBW mit ihren Beratungsangeboten perspektivisch noch stärker gefordert. 2026 stehen zudem Wahlen an – nicht nur für den Landtag, sondern auch in der Kammer: Die Gremien der AKBW werden neu zusammengesetzt: „Ich bin gespannt, wer die neuen Personen sein werden. Wir werden mit Sicherheit einen neuen Präsidenten – oder vielleicht auch erstmals eine neue Präsidentin bekommen.“
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Warnung vor „Entkunstung“ |
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Gerade in Zeiten des „Bauturbos“ und knapper Kassen komme Gestaltungsbeiräten eine ganz besondere Bedeutung zu, betonten Ministerium, AKBW und Kommunen beim dritten landesweiten Erfahrungsaustausch in der Musikhalle Ludwigsburg. Sie sicherten Baukultur, beschleunigten Verfahren und sparten Kosten, wenn frühzeitig alle Akteure eingebunden sind. Beispiele wie Baiersbronn zeigten, dass sich Projekte, die von Gestaltungsbeiräten begleitet wurden, besser vermarkten lassen und wirtschaftlicher sind. Prof. Markus Allmann (Foto) warnte vor Tendenzen wie „Verwissenschaftlichung“ und „Entkunstung“ und sieht das Beratungsgremium als ein Instrument für Austausch auf Augenhöhe. Erfolgsfaktor sei die Kommunikation zwischen Fachleuten, Politik und Verwaltung. Angesichts des finanziellen Drucks, unter dem Gestaltungsbeiräte stehen, lobte AKBW-Präsident Markus Müller deren – republikweit einzigartige – Förderung durch das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen BW, die bereits seit zehn Jahren läuft und auch fortgesetzt werden soll.
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| Suchaufruf des Bauministeriums |
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Bauten mit „Wolff“-Holzstegträgern gesucht |
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In Kassel stürzte unlängst das Dach der St. Elisabeth-Kirche ein. Alle 26 Holzstegträger, aufgesetzt auf Ziegel-Beton-Wänden, brachen durch. Laut einem inzwischen veröffentlichten > Gutachten (Büro HAZ, Kassel) gilt ein Versagen der mit Harnstoffharz ausgeführten Generalkeilzinkenverbindungen (GZV) als „wahrscheinlich“ ursächlich. Konkret: Eine mangelhafte Ausführung (Klebefugendicke, Klebstoffauftrag) vermutlich in Kombination mit einem ungeeigneten Verfahren zum Aufbringen des Anpressdrucks. Die „Wolff“-Holzstegträger waren in NRW bauaufsichtlich zugelassen, der Einsatz von Harnstoffklebestoffen aber seit dem Einsturz des Dachs der Eislaufhalle Bad Reichenhall 2006 „von der Anwendung ausgeschlossen“. Das Bauministerium BW startete in Amtshilfe einen Suchaufruf, um in Baden-Württemberg Gebäude zu identifizieren, bei denen „Wolff“-Holzstegträger eingesetzt wurden. Zu melden an die jeweils zuständige untere Baurechtsbehörde.
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Am 4. und 5. Februar 2026 informieren die „Stuttgarter Brandschutztage“ über Neuigkeiten aus Brandschutzpraxis und Bauordnungsrecht. Tag eins blickt auf die Vereinbarkeit moderner Lernkonzepte und offene Strukturen im Schulbau mit brandschutztechnischen Anforderungen (Foto: als beispielhaft prämierte > Evangelische Jakobusschule, bei der umlaufende Laubengänge als Fluchtwege fungieren). Am zweiten Tag geht es u.a. um innovative Technologien und nachhaltige Bauweisen, etwa PV-Module in der Gebäudehülle, Lithium-Ionen-Batterien, Wasserstoffverwendung oder Holz-Hybrid-Bau. Zu den Themen werden aber auch die immer komplexer werdende Rollen- und Aufgabenverteilung im Bau- und Planungsprozess gehören und die viel diskutierte Standardreduktion zur Kostensenkung. Die AKBW ist Mitveranstalterin.
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| 2026: Verordnung und Verwaltungsvereinbarung |
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EU-Schwellenwerte sinken leicht |
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Für die Vergabe öffentlicher Aufträge gelten ab Januar 2026 leicht gesunkene EU-Schwellenwerte (ohne USt.):
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- für Bauaufträge: 5.404.000 Euro (bisher 5.538.000 Euro)
- für Liefer- und Dienstleistungen zentraler Regierungsbehörden: 140.000 Euro (bisher 143.000 Euro)
- für Liefer- und Dienstleistungen aller übrigen öffentlichen Auftraggeber: 216.000 Euro (bisher 221.000 Euro)
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Kräftiger Schub für Städtebauförderung |
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Ab 2026 stellt der Bund erstmals 1 Milliarde Euro für die städtebauliche Entwicklung zur Verfügung. Im Vergleich zu 2025 wird die Städtebauförderung damit um 210 Millionen Euro erhöht. Darüber hinaus bringt die neue Verwaltungsvereinbarung (VV 2026/2027) auch Verbesserungen in der Umsetzung der Förderprogramme. So sollen bürokratische Hürden abgebaut sowie Planungs- und Nachweisvorgaben vereinfacht und flexibel gestaltet werden.
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| „Jetzt ist der Zeitpunkt für Veränderung beim DAB. Für das Deutsche Architektenblatt wird die digitale Welt enorm wichtig.“ |
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Zehn Jahre begleitete die IBA’27 inzwischen fast 40 Projekte in der StadtRegion Stuttgart. Im Jahr 2027 gilt es zu zeigen, was möglich ist. Für den Ausstellungsbereich „Material & Technologie“ schreibt die IBA’27 einen Wettbewerb aus, der an Architektur- und/oder Ingenieurbüros mit Kreislaufexpertise adressiert. „Die wirkliche Innovation findet im Hier und Jetzt statt, auf den Baustellen und in den Planungsbüros der Region. Dort, wo zirkuläres Bauen Realität wird“, so Intendant Andreas Hofer. „Wir suchen den State of the Art: Wie gehen Sie heute schon mit biobasierten Materialien um? Wie schließen Sie Kreisläufe? Wo liegen die Widerstände, aber auch die großen Momente des Gelingens?“ Die Gewinner-Teams können im IBA’27-Schaufenster ihre Strategien und Erfahrungen präsentieren – als Blick in ihre Werkstatt. Einreichungsfrist bis 12. Februar 2026.
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Altersvorsorge im Vergleich |
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Großen Anklang fand eine Veranstaltung zur Altersvorsorge für Architekt:innen im Freiburger Architekturforum. Beleuchtet wurde nicht nur der Leistungskatalog des kammerobligaten Versorgungswerks. Vielmehr wurde er – auch in Beispielrechnungen – verglichen mit dem der gesetzlichen Rente. Zudem beleuchtet: Aspekte wie der Einfluss auf die Krankenversicherungsbeiträge im Rentenalter. Die Präsentation und weitere Artikel, u.a. der BAK, zum Thema Altersversorgung sind auf der AKBW-Website eingestellt.
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Hinweise zum Baunebenrecht |
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Mit der Reform der Landesbauordnung hat der Landesgesetzgeber die Eigenverantwortung der Bauherrschaft und damit der Architektinnen und Architekten gestärkt. Doch allzu oft wird das Ziel, die Verfahren schneller und das Bauen einfacher und günstiger zu machen, durch Regelungen des sogenannten Baunebenrechts konterkariert – seien es Anforderungen aus dem Landeskreislaufwirtschaftsgesetz, dem vorbeugenden Brand- oder Artenschutz oder der Arbeitsstättenverordnung. Die Architektenkammer BW sammelt Beispiele für Regelungen aus dem Baunebenrecht, um sie zu evaluieren. Hierzu ist sie auf Unterstützung ihrer Mitglieder angewiesen, denn diese kennen die Hindernisse für eine rasche Realisierung kostengünstigen Wohnbaus aus ihrer täglichen Praxis. Die Redaktion freut sich über konkrete Hinweise (Paragrafen, Problemstellung, etwaige Lösung) – möglichst bis 7. Januar 2026.
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Bald wird das neue Jahr eingeläutet und schon jetzt kann man sich zum Neujahrsempfang der Kammergruppen (KG) der Metropolregion Rhein-Neckar am 29. Januar 2026, 18:30 Uhr, in der Alten Feuerwache Mannheim anmelden. Erstmals richten die drei KG Heidelberg, Mannheim und Rhein-Neckar-Kreis die etablierte Veranstaltung gemeinsam aus. Neben guten Gesprächen und Networking steht ein Festvortrag von Susanne Dürr, Vizepräsidentin der AKBW, auf dem Programm.
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| Eine Stadtvilla in Oslo – erbaut im sogenannten Drachenstil, der typisch für die norwegische Architektur Ende des 19. Jahrhunderts war – wird zum Dreh- und Angelpunkt der in „Sentimental Value“ erzählten Geschichte. Ein Riss geht durch das Gemäuer. Und das schon seit vielen Generationen, in denen die Familie hier lebt. |
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Gleichzeitig existieren aber auch heimliche Verbindungen, etwa über Öfen, dank derer sich Psychotherapeutengespräche aus dem Praxisraum im Erdgeschoss im oberen Stock belauschen lassen. In einem erinnerten Schulaufsatz wird das Haus zum „Ich“, beschreibt seine Gefühle und Erlebnisse im Spiegel der Familiengeschichte – vom Urgroßvater über die von den Nazis gefolterte Großmutter, die sich dort später erhängte, bis zu den beiden erwachsenen Schwestern, die als Scheidungskinder mit ihren Traumata fertig werden müssen. Bei den diesjährigen Festspielen in Cannes mit dem großen Preis der Jury ausgezeichnet, erzählt Joachim Triers Film von Kränkung und Versöhnung, von Erinnerung und herausfordernder Gegenwart, von Einsamkeit und Gemeinschaft. Passt doch gut zur Weihnachtszeit.
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Ob als Geschenk an andere oder sich selbst. Wann, wenn nicht in den kommenden Wochen, ist Muße, ein Buch zur Hand zu nehmen? Unser AKBW-Team hat vor-gelesen. Zwei Romane mit fast identischen Titeln, zwei Sachbücher zu Nachhaltigkeit und eines, das wie die Fusion beider Themen erscheint...
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Die 1616 geborene Plautilla Bricci war die erste Architektin Roms, die einen prächtigen Palazzo plante und vollendete. Auch der Erstentwurf für die Spanische Treppe stammt von ihr. Melania G. Mazzucco hat nach umfassender Recherche einen Roman, > „Die Villa der Architektin“, über diese architektur- und kunstbeseelte Frau aus der Ich-Perspektive geschrieben, in dem das barocke Rom des 17. Jahrhunderts eine imposante Nebenrolle spielt. Bricci wurde in der männerdominierten Architektur lange um ihre Urheberschaft gebracht. Selbstbewusst nannte sie sich „L’architettrice“. Das Italienische kennt bis heute nur das generische Maskulinum „Architekt“.
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Das abgeschiedene Wohnhaus der Architektin Marie-Yolande Rabaut am Neuenburger See ist, 1952 gebaut, ein Zeitzeugnis der Architekturgeschichte, aber samt seiner Erbauerin weitestgehend in Vergessenheit geraten. Erzähler und Hauptperson des Romans > „Das Haus der Architektin“ ist ein Architekturjournalist, der im Auftrag einer Berner Zeitung einen Artikel über Architektin und Wohnhaus veröffentlichen will. Autor Mirko Beetschen baut in seine Recherchen immer wieder Rückblicke auf die Bauhausgeschichte der 1920er Jahre ein – eine baukulturelle Epoche, die in der Formensprache des Hauses aber gebrochen und neu kombiniert wird. Der Roman liest sich als sensible Hommage an eine Architektin und deren Bauwerke.
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Wer bestimmt, was erhaltenswert ist? Das Haus der Architektin Marlene Poelzig ist ein trauriges Beispiel von Geringschätzung. 2020 wurde der Abriss genehmigt. Bürger:innen und Vertreter:innen aus Baukultur und Politik protestierten. Ihr Ziel: das einzig bekannte Haus einer Architektin in der Weimarer Republik als Denkmal feministischer Baugeschichte erhalten und neu beleben. 2021 platzte der Traum. Das verfallene Haus wurde zugunsten von einem Villenneubau abgerissen. Das Buch ist ein essayistischer Hausrundgang: Liebevoll durch Entwurfsskizzen getrennt, steht jeder Raum für ein Thema – von Autor:innenschaft bis Erinnerungskultur. Das Buch > „Haus Marlene Poelzig, Berlin“ wurde mit dem „Architectural Book Award 2025“ des Deutschen Architekturmuseums und der Frankfurter Buchmesse ausgezeichnet.
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Bauen im Bestand ist für eine klimaneutrale Zukunft von maßgeblicher Bedeutung. Seine Relevanz als Bauaufgabe steigt in vielen Architekturbüros. Gleichwohl verlangt das Weiterbauen von den Planer:innen viel Sorgfalt, aber auch Geduld und Fantasie bei unvorhersehbaren Problemen. Das Buch > „Bauen im Bestand: Wohnen“ zeigt herausragende Wohnqualitäten auf, die durch Umbauten und Umnutzungen, Sanierungen und Modernisierung von bestehenden Gebäuden entstehen können: 26 spannende Projekte aus 2017 bis 2023 – von einer umgenutzten Kirche in London zu einer Parkhausaufstockung in Köln. Detailzeichnungen im Maßstab 1:20 liefern ein präzises Bild der jeweiligen Konstruktionslösungen, ergänzt durch Grundrisse und Schnitte. Das Buch inspiriert, weckt Kreativität und macht Lust darauf, selbst leerstehende Gebäude für neue Nutzungen zu ertüchtigen. Dass der Weg zum Ziel oftmals steinig ist, greift die Schweizer Soziologin und Planerin Joëlle Zimmerli im Einstiegsessay auf.
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Es ist bereits der zweite Band, den das Duo Andrea Herold und Tina Kammer des Stuttgarter Büros InteriorPark. unter dem Titel > „Sustainable Architecture & Design“ herausbringt. Mag die Klimaschutzpolitik wieder einen Rückschlag erleiden, mag der Green Deal bröckeln: es gibt sie, die innovativen und zukunftsweisenden Lösungen. Und zwar weltweit. 50 Projekte sind durch Kurzportraits und großformatige Bilder vertreten: vom Chateau über Kirchen und Trabanten bis hin zu einem Schwarzwaldhof. Ob Balingen, Utrecht oder Yixing/China: Alle Bauten verbindet die Haltung zur notwendigen Transformation, ob Ressourceneinsatz, zirkuläre Prozesse, Biodiversität, die Auseinandersetzung mit vorhandener Bausubstanz u.v.m. In der Einführung wird Frida Kahlo zitiert: „Leidenschaft ist die Brücke, die dich vom Schmerz zur Veränderung führt.“ Das Buch macht Lust auf nachhaltige Lösungen.
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Landesgeschäftsstelle geschlossen |
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Die AKBW-Landesgeschäftsstelle hat vom 24. Dezember 2025 bis zum 2. Januar 2026 geschlossen. Wir wünschen schöne Feiertage und einen guten Beginn im neuen Jahr!
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Bilder von oben: Paul Needham; AKBW; Jan Potente / AKBW; Feuerwehr Kassel/Hessenschau; Brigida González; BAK; Damir Speer / AKBW; AKBW; Filmofilia; folio | Zytglogge | Urbanophil | Edition Detail | avedition |
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| Architektenkammer Baden-Württemberg |
| Danneckerstraße 54, 70182 Stuttgart |
| Telefon: 0711-2196-0, |
Telefax: 0711-2196-101 |
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